Fremde wollen nicht gestört werden. Oder? - Soziale Freiheit

Fremde wollen nicht gestört werden. Oder?

Von am 2. Juli 2017
Kind & Erwachsene © Viacheslav Iakobchuk | Fotolia.com

Wer hat das als kleines Kind auch erlebt? Man findet andere Menschen interessant und läuft spontan zu ihnen hin. Da klingt auch schon die Stimme der Eltern im Hintergrund:

Komm zurück.
Lass die fremden Leute in Ruhe.
Sie wollen nicht gestört werden.

Das Gefühl der freudigen Erwartung wurde so in ein Gefühl der Angst verwandelt!

Natürlich könnte es sein, dass sich die anderen belästigt fühlen. Viel wahrscheinlicher ist es aber, dass sie Kinder mögen, ja vielleicht sogar selbst Kinder haben.

Kleine Kinder sind von Natur aus sehr feinfühlig. Sie fühlen sich zu guten Menschen hingezogen und lehnen schlechte Menschen ab. Durch das Zurückrufen des Kindes, beinahe wie mit einer Hundeleine, wird es dressiert, äh ich meine natürlich konditioniert, fremden Menschen nicht zu nahe zu kommen.

Diese Geschichte ist eines von vielen Beispielen, das zeigt, wie soziale Ängste entstehen. Dabei mache ich nicht einmal den Eltern einen Vorwurf, denn sehr wahrscheinlich wurden sie von ihren Eltern selbst sehr ähnlich erzogen.

 

Warum erzähle ich also diese Geschichte?

Um die „Opfer“ einer solchen Konditionierung aufzuwecken! Es ist nichts Schlechtes daran, auf andere Menschen zuzugehen und sich mit ihnen zu unterhalten. Auch wenn sie aufgrund ihrer Erziehung vielleicht glauben, dass es so ist.

Aber nur, weil Sie es glauben, muss es noch lange nicht die Wahrheit sein. Denken Sie einmal darüber nach!

 

Einsamkeit trotz Nähe

Heute wohnen immer mehr Menschen enger aneinander. Beispielsweise in dicht verbauten Städten. Trotzdem sind sie noch niemals zuvor so einsam gewesen. Wie kommt das? Weil sie gelernt haben, dass man nicht auf andere zugeht und sich mit ihnen unterhält. Nicht auf der Straße, nicht im Supermarkt, nicht im Bus und nicht in der U-Bahn. Durch diese Gewöhnung fällt es sogar schwer, den Kontakt in Lokalen aufzubauen, die speziell dafür vorgesehen sind. Kontakt ist nur dann erlaubt, wenn der andere den ersten Schritt macht.

Aber was, wenn jeder Angst hat und niemand den ersten Schritt wagt? Das ist eine wunderbare Zeit für Partnerbörsen, die einander suchende Menschen zusammenbringen. Doch so wird nur ein Symptom bekämpft. Die Angst bleibt und zeigt sich nicht selten als eine andere: Nämlich als Angst vor dem Verlassen werden, vor Untreue oder mangelnder Aufmerksamkeit.

 

Das Symptom zeigt sich erst spät

Es ist ein Symptom, das sich im Erwachsenenalter zeigt, aber dessen Ursache meist in früher Kindheit zu finden ist. Es ist ein Teufelskreis, den Sie nur auf eine Weise durchbrechen können:

 

Wenn Sie jemanden treffen, der Ihnen sympathisch ist, dann gehen Sie hin und sprechen Sie die Person an. So, wie Sie es schon als Kind versucht haben.

Doch heute gibt es einen entscheidenden Unterschied. Heute hält Sie niemand mehr zurück, außer Sie selbst!

 

Spätestens an dieser Stelle beginnen viele damit, zu hinterfragen, ob sie in ihrem Leben tatsächlich selbst alle Entscheidungen treffen. Oder, ob schon in der Vergangenheit eine Vielzahl von Entscheidungen für sie getroffen wurde?

 

Die gute Nachricht

Nur weil es bisher so war, muss es nicht für immer so bleiben. Mir ist es in der Vergangenheit genau so ergangen. Bis ich verstanden habe, dass nicht alle Entscheidungen, die andere für mich getroffen haben, zu meinem Vorteil waren. Daher habe ich damit begonnen, meine Programmierung zu verändern und so eine völlig neue Welt entdeckt. Und Sie können das auch!


Verwandeln Sie das Gefühl der Angst wieder in freudige Erregung. Der Prozess ist umkehrbar!

Bildquelle: © Viacheslav Iakobchuk, Fotolia

Über Rudolf Lechleitner

Rudolf Lechleitner hat sich den Themen „Selbstvertrauen“ und „Erfolg“ verschrieben. Jahrzehntelang selbst von starker Schüchternheit und sozialen Ängsten geplagt, hilft er heute anderen Menschen diese Herausforderung zu meistern. Zusätzlich hilft er ihnen, die dabei neu erworbenen Fähigkeiten zu nutzen um das eigene Leben weiter zu verbessern. Er ist ein Beispiel dafür, dass der Begriff „Persönlichkeitsentwicklung“ nicht nur ein leeres Wort ist. Früher schüchtern und zurückgezogen ist er heute regelmäßig auf Veranstaltungen, in Medien und TV präsent.