Warum man über Geld sprechen sollte - Soziale Freiheit

Warum man über Geld sprechen sollte

Von am 1. November 2017
Geld © Pixabay

In meiner Jugend habe ich gelernt: „Über Geld spricht man nicht“. Geld ist scheinbar ein Tabuthema, über das niemand spricht. Doch wer nicht darüber spricht, der verbietet sich vermutlich auch jeden Gedanken daran. Außer man wird dazu gezwungen, darüber nachzudenken (weil z.B. eine neue Waschmaschine gekauft oder ein Schulausflug der Kinder finanziert werden soll). Und dann geht es eher um Themen, wie: „Wie kann ich noch mehr Geld einsparen, weil einfach nicht genug da ist?

Doch in Wahrheit geht es in solchen Fällen eher nur selten darum Geld einzusparen, sondern darum mehr Geld zu verdienen. Oder, wie Robert Kiyosaki in seinem Buch „Rich Dad, Poor Dad“ feststellte: Sagen Sie nicht zu sich „Das kann ich mir nicht leisten“, sondern fragen Sie sich „Wie kann ich mir das leisten“. Das Unterbewusstsein ist ein sehr guter Zuhörer: wenn Sie sich sagen, dass Sie nicht genug Geld haben und nie genug Geld haben werden. Dann wird diese Aussage nämlich zu Ihrer Realität. Wenn Sie sich jedoch die Frage stellen, wie Sie zu mehr Geld kommen können, dann wird sich auch für diese Frage eine Antwort finden.

 

Problemursache: Vorurteile

Viele lehnen Geld unbewusst ab, weil sie Vorurteile dagegen haben. Das Schlimme dabei ist, dass wir die Dinge, die wir ablehnen, nicht haben können. Dazu nur einige wenige Beispiele:

  • Geld verdirbt den Charakter.
    Die Wahrheit ist: Geld verstärkt den Charakter. Wer schon einen schlechten Charakter hatte, bevor er zu Geld kam, der wird auch danach einen schlechten Charakter haben. Wer aber bereits vor dem finanziellen Reichtum einen guten Charakter hatte, der wird ihn auch danach haben. Der wird das Geld dazu nutzen, Gutes zu tun und anderen Menschen zu helfen.
  • Menschen mit Geld haben es bestimmt unredlich verdient.
    Interessanterweise erscheint es besser unterbezahlt zu sein, als leistungsgemäß entlohnt zu werden. Hier wird scheinbar die Situation verwechselt, dass sich Menschen mit schlechtem Charakter, Geld einfach nehmen – während die Menschen mit gutem Charakter freiwillig darauf verzichten. Sie verzichten darauf, weil sie Angst haben, dass es ihrem guten Ruf oder ihrem Karma Lieber machen sie sich darüber Sorgen, wie sie die nächste Rechnung und ihr Essen bezahlen sollen, anstelle Geld als die Lösung ihrer Probleme zu betrachten.
  • Ich brauche das nicht.
    Wer tatsächlich mit dem zufrieden ist, was er hat, darf sich ehrlich glücklich schätzen. Wer es allerdings nur als Ausrede nutzt, um sich nicht mit den bisher besprochenen Irrtümern beschäftigen zu müssen, der wird immer wieder in Situationen geraten, in denen er andere beneidet. Denn er wird, mehr oder weniger freiwillig, auf Dinge verzichten, die er sich insgeheim wünscht. Das macht Wünsche jedoch zu nichts Schlechtem, denn sie sind ganz natürlich. Wir müssen uns nur erlauben, dass diese auch erfüllt werden können.

Geld ist ein Tauschmittel, gegen das wir Waren und Dienstleistungen erhalten. Wenn Sie Waren produzieren, verkaufen oder Dienstleistungen erbringen, dann haben Sie ebenfalls ein Anrecht auf einen entsprechenden Gegenwert. Dieser sollte es Ihnen ermöglichen, ein sorgenfreies und glückliches Leben zu führen.

Diensleistung

Vielleicht sind Sie auch der häufigen Ansicht „Geld ist nicht so wichtig“. Sie ist nicht falsch, sollte aber erst dann gelten, wenn Sie bereits soviel Geld haben, dass Sie sich keine Sorgen mehr darum machen müssen.

 

Die Frage, die wir uns stellen sollten

Nach all dem bereits Festgestellten wäre die bessere Frage also: „Wie kann ich mehr Geld verdienen, um all meinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen?“

Doch weil niemand über das „Thema: Geld“ spricht, haben wir nie gehört, wie sich andere diese Frage gestellt haben. Deshalb glauben wir, dass man darüber nicht sprechen darf. Bestenfalls dürfen wir darüber jammern, wenn wir zu wenig davon haben. In diesem Zusammenhang taucht oft auch noch eine ganz andere Frage auf…

 

Wieviel ist meine Leistung wert?

Wenn wir Dinge für andere tun, dann stellt sich häufig die Frage nach dem Wert der eigenen Leistung. Entweder wird dieser unterschätzt oder die Einschätzung den anderen überlassen. Sätze, wie…

  • Das habe ich doch gerne gemacht (also gratis).
  • Gib, was du glaubst.

…sind ein deutlicher Hinweis darauf, dass jemand den Wert seiner eigenen Leistung nicht richtig einschätzen kann. Die Ursache dafür findet sich häufig im eigenen Selbstwertgefühl, welches in diesen Fällen nur gering ausgeprägt ist. Darauf, wie wichtig ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen ist, bin ich bereits im Beitrag „Warum ein gesundes Selbstwertgefühl wichtig ist“ eingegangen.

 

Wer ist betroffen?

Betroffen sind nicht nur Privatpersonen, die für ihre Dienste eine entsprechende Entlohnung (nicht notwendigerweise Geld, aber einen entsprechenden Gegenwert) erwarten, sondern auch Selbständige, die manchmal ein schlechtes Gewissen haben, einen leistungsgemäßen Betrag zu verlangen.

Dabei übersehen alle: Geld ist ein Tauschmittel, mit dem Waren und Dienstleistungen getauscht werden. Wenn Sie einen ganzen Tag für jemanden arbeiten und mit der Entlohnung nicht einmal Unterkunft, Essen und andere Fixkosten bezahlen können, dann ist der Tausch nicht fair.

Tausch-Handel

Die logische Schlussfolgerung

Selbstverständlich muss es erlaubt sein, über Geld zu sprechen. Jeder Mensch hat seine regelmäßigen Fixkosten (Wohnen, Strom, Telefon, Auto, u.s.w.) zu begleichen. Dieses Geld muss irgendwoher kommen. Wer etwas dafür tut, der hat auch das Recht darauf, entsprechend entlohnt zu werden! Doch Geld soll nicht nur dazu dienen, die grundlegenden Ausgaben zu decken, sondern auch noch weitere Bedürfnisse zu erfüllen.

 

Was ist es wert?

Aus dem Besprochenen folgt logischerweise die Frage: „Was ist meine Leistung wert?“. Diese lässt sich nicht so einfach beantworten, denn sie hängt von vielen Faktoren ab:

  • Ein Arzt musste viele Jahre studieren und auch ein anstrengendes und schlecht bezahltes Praktikum durchmachen. Auch die Mühen seiner Vergangenheit müssen entsprechend belohnt werden.
  • Welche Leistung ist mehr wert? Die eines Therapeuten, der die Leiden eines Patienten, über viele Jahre hinweg, langsam lindert? Oder die eines Therapeuten, der diese in kurzer Zeit gänzlich verschwinden lässt?
  • Ein Mechaniker, dessen Arbeit zwar günstig ist, aber den sie alle paar Wochen wieder wegen eines von ihm verursachten Problems in Anspruch nehmen müssen?
  • Importware, die zwar billig ist, die aber bereits nach wenigen Wochen kaputt ist und im Müll landet?
  • Jemand, der den ganzen Tag körperlich hart arbeitet oder jemand, der einen weniger anstrengenden Job hat?

Sie sehen: Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Preis und Wert. Was ist Ihre Leistung wert, die Sie für andere Menschen erbringen? Spätestens jetzt ist es an der Zeit, darüber nachzudenken!

 

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Bildquelle: © Pixabay

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Über Rudolf Lechleitner

Rudolf Lechleitner hat sich den Themen „Selbstvertrauen“ und „Erfolg“ verschrieben. Jahrzehntelang selbst von starker Schüchternheit und sozialen Ängsten geplagt, hilft er heute anderen Menschen diese Herausforderung zu meistern. Zusätzlich hilft er ihnen, die dabei neu erworbenen Fähigkeiten zu nutzen um das eigene Leben weiter zu verbessern. Er ist ein Beispiel dafür, dass der Begriff „Persönlichkeitsentwicklung“ nicht nur ein leeres Wort ist. Früher schüchtern und zurückgezogen ist er heute regelmäßig auf Veranstaltungen, in Medien und TV präsent.

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