Was wir von Computern lernen können - Soziale Freiheit

Was wir von Computern lernen können

Von am 30. März 2016
Computer lernen © Pixabay

Am 23. März 2016 war es soweit! Microsoft stellte seine Künstliche Intelligenz (KI) mit dem Namen „Tay“ online, die als @TayandYou auf Twitter erreichbar war. Sie verfügte über ein gewisses Grundwissen, lernte aus den Statusmeldungen anderer Benutzer und postete auch selbst Beiträge.

Nach weniger als 24 Stunden musste Microsoft den Stecker ziehen und eine große Anzahl der von Tay geteilten Statusmeldungen löschen.

Warum? Tay wurde beleidigend, rassistisch und frauenfeindlich.

Das Experiment ist völlig außer Kontrolle geraten, und Microsoft entschuldigte sich offiziell für die von Tay geteilten Meldungen.

 

Sind selbstlernende Computer eine Gefahr?

Selbstlernende Computer gibt es bereits länger, und sie werden in zahlreichen Bereichen erfolgreich eingesetzt. Doch nie zuvor wurden sie für eine derartige Interaktion mit Menschen genutzt.

Keine der, in Science Fiction Filmen befürchteten, Katastrophen ist eingetreten. Das geschah natürlich auch deshalb, weil die Maschine über keinerlei Fähigkeiten verfügte, solche auszulösen. Sie hatte nur die Möglichkeit, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Angesichts der vorhandenen Mittel lässt sich das Ergebnis aber dennoch als katastrophal beschreiben.

 

Was können wir daraus lernen?

Computer unterscheiden (noch) nicht zwischen Gut und Böse. Sie trifft keine Schuld. Was uns jedoch wirklich zu denken geben sollte, sind die Dinge, die die Maschine von uns Menschen gelernt hat. Sie hat gelernt,

  • beleidigend zu sein
  • rassistisch zu sein
  • frauenfeindlich zu sein

Keine dieser Eigenschaften gehört zur Grundausstattung einer Maschine. Keine dieser Eigenschaften ist bei kleinen Kindern zu finden.

Wir Menschen sind es, die anderen diese Charakterzüge beibringen. Das geschieht ohne Rücksicht darauf, ob der Lernende ein wehrloses Kind oder – wie hier – ein Computer ist. Kein Wunder, dass so viele Menschen auf dieser Welt unglücklich und ängstlich sind. Wurden ihnen doch von Kindheit an die unvorstellbarsten seelischen Grausamkeiten angetan. Kinder können sich nicht wehren, sie können das ihnen beigebrachte Wissen nur vertrauensvoll aufnehmen. Wir erwachsenen Menschen sind es, die Kinder und diese Welt formen.

 

Machen wir es besser!

Die Vergangenheit ist vorbei. Es spielt keine Rolle, wer schuld an einer bestimmten Situation hat. Schuldzuweisungen ändern nichts. Nur Lösungen tun das!

Also sollten wir alle Verantwortung übernehmen, etwas achtsamer sein, respektvoller und liebevoller mit anderen umgehen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie sich deshalb alles gefallen lassen müssen. Der respektvolle und liebevolle Umgang gilt natürlich auch für Sie selbst. Daher dürfen und sollen Sie auch Grenzen setzen!

Denken Sie aber auch darüber nach, wie oft Sie voreilig negative Dinge erwarten. Sie vermuten möglicherweise, dass Ihnen jemand etwas Böses antun möchte, obwohl Sie die Person gar nicht kennen. Aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit haben Sie Angst vor schmerzhaften Enttäuschungen in der Zukunft. Sie vermeiden jedes noch so geringe Risiko und blockieren jede Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen, die durchaus positiv sein könnten. Denken Sie nur kurz darüber nach. Selbstverständlich sollen Sie kein unkontrollierbares Risiko eingehen. Erlauben Sie sich einfach einen kleinen Zweifel an den Dingen, die Sie bisher für wahr gehalten haben.

Der erste Schritt zur Wahrheit ist der Zweifel.
(Denis Diderot)

Vielleicht wurden Sie getäuscht, und es ist nicht alles so, wie es erscheint?

 

Wie wir lernen

Selbstlernende Computer sind nicht böse. Kleine Kinder auch nicht. Ausnahmen existieren nur in Horrorfilmen. Es geht nur darum, was wir ihnen beibringen.

Schon alleine für das Wohl unserer Kinder sollten wir uns darüber Gedanken machen. Dabei geht es nicht nur darum, was wir ihnen sagen, sondern auch darum, was wir ihnen vorleben. So können wir Kindern beispielsweise noch so häufig erklären, dass Stehlen böse ist. Wenn wir es selbst mit dem Eigentum anderer nicht so genau nehmen, dann werden es unsere Kinder trotz des „Wissens“ auch nicht tun.

Kindern lernen hauptsächlich durch Nachahmung und weniger durch Aufnahme von theoretischem Wissen. Das tun wir Erwachsenen übrigens auch. Sie können einem kleinen Kind noch so oft sagen, dass man bei Rot nicht über die Straße geht. Wenn Sie die Ampel gewohnheitsmäßig ignorieren, dann wird es das Kind auch tun. Schlechte Gewohnheiten können übrigens tödliche Folgen mit sich bringen!

 

Wie können Sie anfangen?

Werden Sie sich Ihrer Handlungen bewusster. Machen Sie etwas nicht nur, weil Sie es schon immer so gemacht haben, es Ihre Eltern auch so gemacht haben, Sie es eilig haben oder gerade genervt sind.

Entschleunigen Sie Ihre Handlungen und überlegen Sie, welche Folgen eine unüberlegte Reaktion haben könnte (sowohl positiv als auch negativ).

Keine Angst. Ich weiß, dass das ganz schön anstrengend sein kann. Die gute Nachricht ist: Sie müssen das nicht Ihr ganzes Leben lang tun. Nach einiger Zeit läuft das ganz automatisch ab. Genauso wie aufstehen, frisch machen und Frühstück zubereiten am Morgen. Oder wie kuppeln, schalten und Gas geben während des Autofahrens.

Das Schöne daran ist: Damit verbessern Sie nicht nur das Leben anderer, sondern Ihr eigenes am allermeisten!

Sie haben etwas Neues gelernt? Dann waren Microsoft’s Experiment und dieser Beitrag erfolgreich! Aber das ist noch nicht alles…

 

Was hat Microsoft von Tay gelernt?

Informationen dürfen nicht kritiklos aufgenommen werden. Denn so werden Falschmeldungen als wahr angenommen und weiterverbreitet. Daher sollten Informationen immer, soweit möglich, auf den Wahrheitsgehalt überprüft werden.

Auch das ist eine Eigenschaft, die viele Menschen noch lernen müssen. Wie oft hören wir etwas, und erzählen es einfach weiter, ohne es selbst überprüft zu haben. Die Gefahr so verbreiteter Fehlinformationen sollten Sie keinesfalls unterschätzen. Die erste Version von Tay hat gezeigt, wohin das führt, und wie schnell man so die Kontrolle über eine Situation verliert.

Auch hier gilt wieder: Je häufiger Sie „Fakten“ bereits selbst überprüft haben, desto rascher und einfacher wird es Ihnen in Zukunft gelingen.

Glauben Sie nicht alles, was andere Ihnen sagen. Auch ich nicht. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!

 

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Bildquellen:
© Pixabay

Über Rudolf Lechleitner

Rudolf Lechleitner hat sich den Themen „Selbstvertrauen“ und „Erfolg“ verschrieben. Jahrzehntelang selbst von starker Schüchternheit und sozialen Ängsten geplagt, hilft er heute anderen Menschen diese Herausforderung zu meistern. Zusätzlich hilft er ihnen, die dabei neu erworbenen Fähigkeiten zu nutzen um das eigene Leben weiter zu verbessern. Er ist ein Beispiel dafür, dass der Begriff „Persönlichkeitsentwicklung“ nicht nur ein leeres Wort ist. Früher schüchtern und zurückgezogen ist er heute regelmäßig auf Veranstaltungen, in Medien und TV präsent.

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