Unbewusste Ängste erkennen und loswerden

Von am 26. Oktober 2018
Unbewusste Angst © nenetus, Fotolia

Vor einigen Jahren sagte ein Freund zu mir: „Du hast Angst“. Ich habe das heftig abgestritten, empört und entrüstet von mir gewiesen. Denn wenn ich Angst hätte, dann würde ich das ja wohl wissen. Mein Leben war zwar nicht das Beste und Schönste. Aber Angst? Nein, niemals!

Aber er war schließlich mein Freund, und so habe ich über seine Worte nachgedacht. Mit einem für mich extrem überraschenden und erschreckenden Ergebnis. Er hatte Recht. Ich hatte vor sehr vielen Dingen Angst:

  • Angst, nicht liebenswert zu sein.
  • Angst, von anderen Menschen abgelehnt zu werden.
  • Angst, was andere von mir denken oder über mich sagen könnten.
  • Angst, zu verlieren, was ich hatte (Freundschaften und Besitz).
  • Angst, nicht zu bekommen, was ich mir wünschte.
  • Angst, von anderen nicht wahrgenommen und respektiert zu werden. Gleichzeitig aber auch Angst davor, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen.
  • Angst, auf das andere Geschlecht nicht attraktiv zu wirken.
  • Angst, in peinliche Situationen zu geraten und mich vor anderen zu blamieren. Dazu gehörte auch die Angst, von anderen ausgelacht zu werden.
  • Angst, von anderen (seelisch oder körperlich) verletzt zu werden.
  • Angst, andere Menschen zu verletzen oder verletzt zu haben (=Schuldgefühle).
  • Angst, über Sex zu sprechen. Oder fast noch schlimmer: über Geld zu sprechen.
  • Sogar Angst, zu viel Kontrolle und Macht über mein eigenes Leben zu haben.

Das (und einige mehr) waren meine Ängste. Heute kann ich sagen: Ich war ein Waschlappen, ein Verlierer, ein Looser, ein Weichei, eine Memme. Das machte mir auch klar: Jeder Mensch hat Ängste. Natürlich sind das nicht bei jedem die gleichen, sondern immer wieder andere. Hätten die Menschen keine Ängste, dann wären alle glücklich, und die Welt wäre ein völlig anderer Ort.

 

Angst ist nicht real

Angst fühlt sich zwar real an. Aber sie ist es nicht. Vielmehr ist Angst so, wie Will Smith sie im Film „After Earth“ mit seinen unglaublichen Worten beschrieben hat:

Angst ist nicht Real!
Der einzige Ort, an dem Angst existieren kann, ist in unserer Vorstellung von der Zukunft. Sie ist ein Produkt unserer eigenen Fantasie, lässt uns Dinge fürchten, die in der Gegenwart nicht existieren und vielleicht niemals existieren werden.
Sie grenzt an Wahnsinn. Versteh mich nicht falsch, Kitai
Gefahr ist sehr wohl real, aber Angst ist eine Entscheidung!
(Film: After Earth)

Wenn Angst verschwindet:

  • Entstehen Sicherheit und Schlagfertigkeit.
  • Entstehen Lebensfreude und Leichtigkeit.
  • Kann Ihnen niemand mehr etwas anhaben.

 

Das Experiment

GeldIch habe einmal von einem äußerst interessanten Experiment gehört:

Einer Person wurden € 1.000,- angeboten. Einfach so. Ohne Bedingung. Nur: Wenn sie die € 1.000,- annimmt, dann bekommt die Person neben ihr € 1.500,-. Wenn sie damit nicht einverstanden ist, dann würden beide jeweils nur € 500,- erhalten.

Das Ergebnis: Beide erhielten den gleichen Betrag, also nur die € 500,-.

Dieses Experiment zeigt, dass Angst weder real noch logisch ist. Denn die € 1.000,- wären doppelt so viel Geld gewesen. Aber die Angst, dass jemand anders mehr bekommt, hat die die Testperson auf das zusätzliche Geld verzichten lassen.

Vielleicht müssen Sie jetzt den Kopf schütteln oder sogar lachen. Wenn Sie das können, dann ist das gut. Leider tragen viele Menschen noch viel tiefer sitzende Ängste in sich, die sie an einem glücklichen Leben in Freude und Leichtigkeit hindern.

 

Ursachen und Beispiele

Es gibt zahlreiche verschiedene Gründe für diese Ängste:

  • Man wird in der Kindheit zu oft sich selbst überlassen und erlebt damit nur sehr selten das Gefühl der Sicherheit, Geborgenheit und des Geliebtseins. Selbst dann, wenn beide Elternteile arbeiten gegangen sind, um ihrem Kind genau das bieten zu können.
  • Man wurde in der Kindheit mit Liebe erdrückt, sodass es einem nie möglich war, einfach man selbst zu sein.
  • Man wurde in der Kindheit ignoriert oder zurechtgewiesen („Wenn die Erwachsenen sprechen, bist du still“) oder zurechtgewiesen („Warum hast du das gemacht?“ oder „Was glaubst du, wer du bist?“).

Das sind nur einige Beispiele. Es gibt zahlreiche weitere mögliche Ursachen.

 

Die Folgen

Oft sind sich Menschen ihrer Angst gar nicht bewusst. Aber wenn wir genauer hinsehen, dann lässt sich beobachten:

  • Das aus Angst Kriege geführt werden.
  • Das Menschen aggressiv statt friedlich miteinander umgehen.
  • Das sich Menschen einen „Schutzpanzer“ zulegen, um sich vor unerwünschten negativen Erfahrungen und Gefühlen zu schützen. Dieser Panzer schützt sie allerdings nicht nur vor den unangenehmen, sondern auch vor schönen und angenehmen Situationen und Gefühlen.
    (Wilhelm Reich hat das in seinem Buch „Christusmord“ sehr anschaulich beschrieben)
  • Das Menschen aus Angst vor Veränderung lieber leiden, als etwas an ihrer Situation zu ändern. Denn das Bekannte gibt ihnen Sicherheit, und etwas Neues erschafft oft erst einmal Unsicherheit. Auch dann, wenn die bisherige Situation mehr als nur unangenehm ist und die Veränderung ihre Situation deutlich verbessern würde.

Angst, Wut, Aggression

 

Der richtige Umgang mit der Angst

Viele glauben, verletzbar zu sein, wenn sie ihre Ängste erkennen und vor sich selbst zugeben. Deshalb versuchen sie, diese zu vergessen und verdrängen sie so in ihr Unterbewusstsein. Damit verschwinden diese jedoch nicht, sondern sie geben nur die Kontrolle darüber ab. Daher ist das eindeutig die schlechteste aller vorhandenen Möglichkeiten.

Es ist nicht schlimm, Angst zu haben. Aber jeder von uns kann entscheiden, ob er weiterhin damit leben möchte. Jeder kann entscheiden, ob er sich von seiner Angst lähmen und zurückhalten lässt, oder ob er sich daraus befreien möchte.

Um sich davon zu befreien, müssen Sie hinsehen. Auch wenn es kurzfristig schmerzt, so tauschen Sie den kurzen Schmerz gegen eine lebenslange Freiheit ein. Es ist nicht so schwer, wie Sie glauben. Wie haben Sie die Angst vor der ersten Fahrrad- und Autofahrt überwunden? Sie haben es einfach getan!

Mach jeden Tag etwas, wovor du Angst hast.
(Eleanor Roosevelt)

Lohnt sich das? Darauf können Sie wetten! Die Belohnung für die kleine Mühe ist einfach unbeschreiblich. Denn…

Alles was du jemals gewollt hast,
wartet auf der anderen Seite der Angst.
(Unbekannt)

 

Wozu das Ganze?

Sie erhalten nie mehr aufgebürdet, als Sie tragen können. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie ständig unter der Last leiden müssen. In Wahrheit sollen Sie die Aufgaben, die Sie erhalten, zu mehr Stärke und Wachstum inspirieren. Diese Aufgabe nicht anzunehmen, bedeutet zu leiden, die Herausforderung anzunehmen, bedeutet zu leben.

Seine Ängste (egal, ob bewusst oder unbewusst) zu überwinden, steigert das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Das führt automatisch zu mehr Lebensfreude und Leichtigkeit.

 

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Bildquellen:
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Über Rudolf Lechleitner

Rudolf Lechleitner hat sich den Themen „Selbstvertrauen“ und „Erfolg“ verschrieben. Jahrzehntelang selbst von starker Schüchternheit und sozialen Ängsten geplagt, hilft er heute anderen Menschen diese Herausforderung zu meistern. Zusätzlich hilft er ihnen, die dabei neu erworbenen Fähigkeiten zu nutzen um das eigene Leben weiter zu verbessern. Er ist ein Beispiel dafür, dass der Begriff „Persönlichkeitsentwicklung“ nicht nur ein leeres Wort ist. Früher schüchtern und zurückgezogen ist er heute regelmäßig auf Veranstaltungen, in Medien und TV präsent.

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